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Sonderbericht Nr. 6/87 über die Nahrungsmittelhilfe an Indien von 1978 bis 1985 (Operation Flood II) zusammen mit den Antworten der Kommission

CELEX
31988Y0204(01)
Document type
REPORT_SPECIAL
Sector
Legislation
Date of document
1987-10-29
Status
In force

Text

This document has no article-level structure in its source. Full text below.

Sonderbericht Nr. 6/87 über die Nahrungsmittelhilfe an Indien von 1978 bis 1985 (Operation Flood II) zusammen mit den Antworten der Kommission Amtsblatt Nr. C 031 vom 04/02/1988 S. 0001 - 0015 SONDERBERICHT Nr. 6/87überdie Nahrungsmittelhilfe an Indien von 1978 bis 1985(Operation Flood II)zusammen mit den Antworten der Kommission(88/C 31/01)(Bemerkungen gemäß Artikel 206a Absatz 4 des EWG-Vertrags) >PLATZ FÜR EINE TABELLE> 1. Einleitung Ziele und allgemeine Grundsätze der Nahrungsmittelhilfe der Gemeinschaft 1.1. Die klassische Nahrungsmittelhilfe der Gemeinschaft ist für jene Fälle bestimmt, in denen der zu beseitigende Nahrungsmittelmangel keinen Dringlichkeitscharakter aufweist und eine ausreichend entwickelte Finanzwirtschaft besteht.

Die Ziele dieses Aktionstyps, die in den Verordnungen (EWG) Nr. 2750/75 und Nr. 3331/82 des Rates vom 29. Oktober 1975 bzw. vom 3. Dezember 1982 über die Nahrungsmittelhilfepolitik und -verwaltung dargelegt sind, bestehen insbesondere darin, das Ernährungsniveau der begünstigten Bevölkerung zu heben und zur ausgewogenen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Empfängerländer beizutragen. In Artikel 2 Absatz 3 der Verordnung (EWG) Nr. 3331/82 heisst es: Die Gewährung der Nahrungsmittelhilfe wird gegebenenfalls von der Durchführung einjähriger oder mehrjähriger Entwicklungsvorhaben, vorrangig solcher, die auf die Steigerung der Nahrungsmittelerzeugung in den Empfängerländern abstellen, abhängig gemacht.

Gegebenenfalls kann die Hilfe unmittelbar zur Durchführung dieser Vorhaben beitragen. Diese Komplementarität kann durch Verwendung der Erlöse gewährleistet werden, wenn die als Hilfe der Gemeinschaft gelieferten Erzeugnisse zum Verkauf bestimmt sind. 1.2. Die Verwirklichung dieser Ziele setzt voraus, daß die Erzeugnisse, die Gegenstand der Hilfe sind, innerhalb des Empfängerlandes zu einem Preis verkauft werden, der so gestaltet ist, daß die Absatzbedingungen vergleichbarer einheimischer Erzeugnisse nicht gestört werden. Auf diese Weise werden nicht die Anstrengungen der örtlichen Erzeuger untergraben.

Darüber hinaus soll der Erlös aus diesem Verkauf vollständig für Entwicklungsvorhaben verwendet werden, die geeignet sind, das Nahrungsmitteldefizit, unter dem das Empfängerland leidet und das die Gemeinschaft zu beheben wünscht, sofort oder über längere Sicht effektiv zu bekämpfen. Spezifische Ziele der Operation Flood 1.3. Ende der 60er Jahre erhielt Indien im Rahmen des Welternährungsprogramms (WEP) Milcherzeugnisse aus den Überschüssen der Gemeinschaft, die an staatliche Molkereien in Bombay, Kalkutta, Delhi und Madras verkauft und anschließend mit einheimischer Milch rekonstituiert werden sollten.

Mit dem Erlös aus den Verkäufen sollte das Milcherzeugungs-, -verarbeitungs- und -vertriebssystem, das die Versorgung dieser vier städtischen Ballungsgebiete sicherstellt, ausgebaut, verstärkt und umgestaltet werden. Dieses Vorhaben, die Operation Flood I (Flood I), sollte gegen Mitte 1975 abgeschlossen sein, zog sich jedoch bis 1981 hin und überschnitt sich somit drei Jahre lang mit der Operation Flood II (Flood II), die 1978 angelaufen war. Obwohl die Durchführung von Flood I mehr als das Doppelte der vorgesehenen Zeit in Anspruch nahm, lag das Gesamtvolumen der Ausgaben nur um 23 % über den Ausgabenansätzen.

Allerdings machten die Ausgaben für Verarbeitungsanlagen 54 % des Gesamtausgabenvolumens aus, d.h. doppelt so viel wie veranschlagt. 1.4. Flood II sollte die mit Operation Flood I eingeleiteten Maßnahmen ausbauen und auf das gesamte Land ausdehnen und wurde durch ein Darlehen der Internationalen Entwicklungsorganisation der Weltbank (IDA) sowie eine direkte Gemeinschaftshilfe ermöglicht. Aufgrund eines Antrags der indischen Regierung leitete die Kommission dem Rat eine Mitteilung zu, damit dieser anläßlich einer Entscheidung über die Gewährung der Nahrungsmittelhilfe 1978 an Indien anerkenne, daß es angebracht erscheint, der gesamten Operation Flood II die für die Erreichung ihrer Ziele notwendige Kontinuität zu sichern.

Nach Anhörung des Parlaments beschloß der Rat im April 1978, die von Indien beantragte Nahrungsmittelhilfe zu gewähren, und sagte gleichzeitig zu, die Lieferungen bis zum Abschluß der Operation Flood II jährlich zu erneuern. Der anfänglich auf 1985 festgelegte Abschluß des Vorhabens wurde schließlich aufgrund aufeinanderfolgender Entscheidungen bis 1987 verlängert. Damit hat die Gemeinschaft zusätzlich zu den allgemeinen Zielen der gemeinschaftlichen Nahrungsmittelhilfepolitik die Verantwortung für die spezifische Zielsetzung der Operation Flood II übernommen, deren Schwerpunkte in der obengenannten Mitteilung wie folgt dargelegt wurden:

(a) Verbesserung der Lebensbedingungen von 10 Mio milcherzeugenden Familien, indem die Verarbeitungskapazität der genossenschaftlich organisierten Milchwirtschaft von 6,36 Mio Liter pro Tag um 13 Mio Liter pro Tag erhöht wird; (b) Schaffung eines Milchvertriebssystems, das 142 Städte mit einer Einwohnerzahl von mehr als 100 000 abdeckt; (c) Schaffung der Infrastruktur, die für die Durchführung von Programmen zur Förderung der Milcherzeugung wie künstliche Besamung, Herstellung von Impfstoffen, Produktion von Mischfuttermitteln usw. erforderlich ist; (d) Erzielung einer aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ausgewogenen Tagesration an Nahrung durch Erhöhung des täglichen Milchverbrauchs auf 180 Gramm pro Einwohner.

1.5. Die Nahrungsmittelhilfe der Gemeinschaft sollte einen Beitrag zur Erweiterung des Marktes für Milch und Milcherzeugnisse leisten und somit einen Anreiz zur Steigerung der Eigenerzeugung schaffen, die schrittweise die im Rahmen der Gemeinschaftshilfe gelieferten Nahrungsmittel ablösen sollte. Es war vorgesehen, daß nach dem 31. März 1984 keine Lieferungen von Milcherzeugnissen aus der Gemeinschaft mehr nötig sein sollten. 1.6. Die öffentliche Meinung hat der Operation Flood weitere, noch ehrgeizigere Zielsetzungen zugesprochen, wie etwa das Ziel, konkret dazu beizutragen, daß den am meisten benachteiligten Landwirten erhebliche zusätzliche Einkommensquellen und dem ärmsten Teil der indischen Bevölkerung ein regelmässiger Zugang zum Verbrauch von Milcherzeugnissen verschafft werden.

Doch wie auch immer die Operation Flood von der Óffentlichkeit gesehen worden sein mag: Der Hof hat seine Bewertung der erreichten Ergebnisse ausschließlich mit Blick auf die allgemeinen Ziele der Nahrungsmittelhilfe der Gemeinschaft sowie auf die mittelfristigen, spezifischen Ziele der Operation Flood II vorgenommen. Allgemeine Einführung des Modells Anand 1.7. Ziel der Operation Flood war, das im An-hang beschriebene Milcherzeugergenossenschafts-ModellAnand - das 1946 ins Leben gerufen wurde und seinen Namen der Stadt im Unionsstaat Gujarat, in der es angesiedelt ist, verdankt - in ganz Indien einzuführen.

1965 konnte diese Organisation so grosse Erfolge verzeichnen, daß in Anand ein National Dairy Development Board (NDDB) gegründet wurde, dessen Vorsitz vom Generaldirektor der Genossenschaft wahrgenommen wird und das die Aufgabe hat, die Verbreitung des Genossenschaftsmodells zu fördern. 1.8. 1970 wurde in der gleichen Region zur Förderung und Finanzierung des Ausbaus der Milchwirtschaft eine Indian Dairy Corporation (IDC) ins Leben gerufen, die Eigentum des indischen Staates ist. Sie ist mit dem Verkauf der im Rahmen der Gemeinschaftshilfe gelieferten Milcherzeugnisse, der Verwendung des im Rahmen der Operation Flood erzielten Verkaufserlöses und der Verwaltung eines Pools von importierten und einheimischen Milcherzeugnissen zur Herstellung von rekonstituierter Milch beauftragt.

Sie befasst sich auch mit der Großhandelslieferung von Molkereimaschinen sowie mit der Einfuhr und Ausfuhr von Milchvieh. Die IDC hat den gleichen, ursprünglich der Genossenschaft Anand angehörenden Vorsitzenden und den gleichen Verwaltungsrat wie das NDDB, das seit 1965 in einer Vielzahl von Fällen technische Hilfe leistet. Im allgemeinen gelten beide als gemeinsam verantwortlich für das Vorhaben. In den Unionsstaaten und -territorien führen die bestehenden oder neugeschaffenen Genossenschaftsverbände der Milcherzeuger die im Rahmen von Flood II vorgesehenen Aktionen durch. Informationsquellen 1.9.

Amtliche Statistiken zur indischen Milchwirtschaft sind selten und wenig verläßlich. Es existieren keine zuverlässigen Angaben, die exakte Aussagen über Schwankungen in der Milcherzeugung und im Milchverbrauch gestatten. Von unabhängiger Seite zusammengestellte Informationen über den organisierten Milchsektor sind spärlich, und der weit grössere, nichtorganisierte Sektor liegt, was Milcherzeugung, Ertrag des Milchviehbestands und Herstellung von Milcherzeugnissen betrifft, fast völlig im dunkeln. Alle Stellen, die Evaluierungen vornehmen möchten (WEP/FAO, Weltbank/IDA, die EWG oder sogar die indische Regierung) stehen vor Schwierigkeiten beim Vergleich der von der IDC/NDDB zur Verfügung gestellten Informationen mit verläßlichen Angaben unabhängiger Quellen.

Gleichwohl hat der Hof zur Reduzierung der einigen Quellen anhaftenden Unsicherheitsmomente die am breitesten gefächerten und am wenigsten umstrittenen Informationsquellen sowie seine eigenen, vor Ort durchgeführten Untersuchungen (insbesondere zu den Preisen) benutzt. 1.10. Die Rechnungsprüfung bei der IDC und beim NDDB führen ortsansässige Wirtschaftsprüfer durch, die vom Generalkontrolleur der Indischen Union ernannt werden. Zwar sind im Rahmen von Flood II bestimmte Modalitäten für die Kontrolle der Vereinigungen und Verbände der Milcherzeugergenossenschaften vorgesehen, doch wurden sie in den meisten Unionsstaaten nicht angewandt.

1.11. Die in diesem Bericht genannten Rupien-Beträge sind in crores (1 crore = 10 Mio) ausgedrückt. 10 Mio Rupien (1 Cr Rs) entsprachen im Betrachtungszeitraum zufällig etwa 1 Mio ECU, obwohl die Wechselkurse Schwankungen unterworfen waren. 2. Herkunft und Verwendung der Mittel im Rahmen der Operation Flood II Gesamtaufkommen der Finanzmittel 2.1. Tabelle 1 enthält eine Zusammenfassung der aus den finanziellen Aufstellungen der IDC gewonnenen Informationen. Da zum Erlös der EWG-Nahrungsmittelhilfe zugunsten von Flood II ausführlichere Bemerkungen nötig sind, werden die Erläuterungen betreffend die Finanzierung durch andere Quellen vorher gegeben.

Ziffer 2.1 der Tabelle 1 bezieht sich auf den IDA-Kredit der Weltbank für Flood II, der der IDC durch die indische Regierung in Form eines Darlehens zur Verfügung gestellt wurde. Da die Gegenwertmittel aus dem Verkauf der Schenkungen der Gemeinschaft nie vollständig verwendet wurden, und zwar bei weitem nicht (vgl. Ziffer 2.9), haben sie der IDC die Vorfinanzierung von Maßnahmen ermöglicht, welche durch den entsprechend den getätigten Ausgaben abrufbaren IDA-Kredit gedeckt waren, ohne daß die IDC einen Kredit beanspruchen musste. 2.2. Ein beträchtlicher Teil der im Verlauf der zwei Phasen der Operation Flood bewilligten Mittel floß in Form von selbstverständlich rückzahlbaren Darlehen genossenschaftlichen Organisationen der verschiedenen Staaten und Territorien der Indischen Union zu, so daß die IDC mit der Zeit über erhebliche zur Wiederverwendung freistehende Mittel verfügte.

Aus Ziffer 2.3 der Tabelle 1 ist ersichtlich, daß die IDC für Flood II insgesamt 67 Cr Rs an Rückzahlungen und Darlehenszinsen aus Flood I erhalten hat. Finanzmittel aus der Nahrungsmittelhilfe der Gemeinschaft 2.3. Der Verkauf der von der Gemeinschaft gelieferten Nahrungsmittelhilfe auf dem indischen Markt sollte den Hauptteil der für die Operation Flood II benötigten Mittel erbringen. Tabelle 2 zeigt den Wert der zugeteilten Mengen zum Weltmarktpreis. >PLATZ FÜR EINE TABELLE> 2.4. Was die Qualität der gelieferten Erzeugnisse angeht, so konnten, ausser in einem Fall (1982), als Indien 5 000 t Magermilchpulver erhielt, das älter war als im Lieferabkommen vorgesehen (7 bis 8 Monate statt 6), keine wesentlichen Qualitätsunterschiede zwischen der angekündigten und der Indien bereitgestellten Hilfe festgestellt werden.

Dieser positive Sachverhalt ist vor allem darauf zurückzuführen, daß die Hilfe Indien auf der fob-Stufe zur Verfügung gestellt wird. Das Land übernimmt somit die Erzeugnisse in den Häfen der Gemeinschaft und ist für die Beförderung der Hilfe verantwortlich. Es hat infolgedessen ein Interesse daran, für angemessene Transportbedingungen zu sorgen und vor der Verschiffung die Qualität der Erzeugnisse selbst zu überprüfen. Zu diesem Zweck wurde in Brüssel ein sachkundiger Bediensteter der IDC/NDDB damit beauftragt, die Qualität der gelieferten Nahrungsmittelhilfe in Europa zu überwachen.

Seitdem hatte Indien in keinem Fall grössere Qualitätsmängel zu beklagen. 2.5. Ziffer 1.1 der Tabelle 1 gibt den Gegenwert der Gemeinschaftshilfe (261 Cr Rs) an, der von den indischen Behörden als in die Operation Flood zu investierender Betrag anerkannt wurde. Zu diesem Zweck haben sie den erhaltenen und auf dem Markt abgesetzten Mengen einen von der Kommission stillschweigend gebilligten Pauschalwert zugrunde gelegt. Dieser im Jahre 1978 auf einen Preis in der Nähe des Weltmarktpreises festgesetzte Pauschalwert hat sich aufgrund der Inflation nach und nach vom Weltmarktpreis entfernt und entspricht heute überhaupt nicht mehr den Preisrealitäten des indischen Marktes.

Durch Aufführung des bei der Reserve des Vermarktungspools ausgewiesenen Buchüberschusses von 89 Cr Rs in Zeile 1.2 der Tabelle möchte der Hof die Aufmerksamkeit darauf lenken, daß der tatsächliche Erlös aus dem Verkauf der Nahrungsmittelhilfe der Gemeinschaft mindestens 350 Cr Rs betrug, und vielleicht sogar mehr, da die vor Ort zusammengetragenen Informationen darauf hindeuten, daß diese Verkaufspreise etwa doppelt so hoch sind wie der obengenannte Pauschalwert. Die Poolreserve stellt in dieser Hinsicht Kassenmittel zusätzlich zu den Kassenmitteln dar, die dadurch anfielen, daß die Beträge, die von den indischen Behörden als im Rahmen der Operation Flood zu investierende Mittel anerkannt wurden, nicht sofort verwendet worden sind (vgl.

Ziffer 2.9). 2.6. Aber vor allem liegt der anerkannte Gegenwert weit unter den für Erzeugnisse vergleichbarer Qualität marktüblichen Preisen, wie es im Standardtext der allgemeinen Bedingungen heisst, die Bestandteil der jährlichen, von der indischen Regierung unterzeichneten Lieferabkommen sind. Die Binnenmarktpreise sind etwa dreimal so hoch wie der Pauschalwert, und wäre die verteilte Gemeinschaftshilfe zu den Ankaufspreisen für die einheimischen Erzeugnisse bewertet worden, so hätte sie die Genossenschaftsverbände der Unionsstaaten ca. 650 Cr Rs gekostet. Es liegt auf der Hand, daß die indischen Behörden die Schenkung der Gemeinschaft genutzt haben, um die Molkereien mit de facto bezuschussten Niedrigpreiserzeugnissen zu beliefern, womit sie eine gewisse Verringerung der Vermarktungskosten förderten und infolgedessen die Erzeugerpreise der einheimischen Produkte unter Druck setzten.

2.7. Nach den für die Gegenwertmittel geltenden Grundsätzen der Gemeinschaft wäre es zur Vermeidung jedweder Gefahr von Störungen des indischen Binnenmarkts erforderlich gewesen, daß die Erzeugnisse zu Inlandspreisen verkauft werden und daß der gesamte Erlös dem Gegenwertkonto gutgeschrieben wird. Auf diese Weise hätten 650 Cr Rs als Beitrag der Gemeinschaft in die Operation Flood investiert werden können. 2.8. Während sich die ursprünglichen Ausgabenansätze auf 485 Cr Rs für Mitte 1985 beliefen, machten die Gesamtausgaben für das Vorhaben am 30. November 1985 nur 325 Cr Rs aus, wovon 153 Cr Rs von der IDC und der indischen Regierung zu finanzierende Maßnahmen und 67 Cr Rs wiederverwendete Mittel aus Flood I darstellten.

Somit waren nur noch 105 Cr Rs aus dem Verkaufserlös der Gemeinschaftshilfe zu finanzieren, d.h. 40 % des Pauschalwerts der von der IDC verkauften Mengen. >PLATZ FÜR EINE TABELLE> 2.9. Da durch die Gemeinschaftshilfe viel schneller Mittel geschaffen worden waren, als ausgegeben wurden, konnte die IDC ganz erhebliche Bankguthaben ansammeln, die einen Zinsertrag von insgesamt 87 Cr Rs Zinsen erbrachten (Ziffer 1.3 der Tabelle 1). Dies ist ganz und gar auf die Gemeinschaftsfinanzierung zurückzuführen, da bei den von der IDA und der indischen Regierung finanzierten Ausgaben keinerlei Vorschußzahlung, sondern im Gegenteil eine Erstattung der getätigten Ausgaben erfolgt.

Somit ist ganz offensichtlich, daß der Verkauf der Gemeinschaftshilfe die Akkumulierung sehr hoher Beträge (150 bis 200 Mio ECU während der Laufzeit von Flood II) zur Folge hatte, die nicht sofort für Entwicklungszwecke eingesetzt wurden. Ausgaben nach Aktionstypen 2.10. Tabelle 3 enthält eine Gegenüberstellung der veranschlagten und der tatsächlichen Ausgaben je Aktionstyp. Wie bei Flood I konzentrieren sich die tatsächlichen Ausgaben auf die Verarbeitungskapazität. 2.11. Die fünf Aktionstypen, deren Durchführung durch die Verbände der Milcherzeugergenossenschaften der Unionsstaaten und -territorien sichergestellt wird, machten am 30.

November 1985 77 % der Gesamtausgaben aus. Im Zeitraum 1984-85 entfielen 32 % des Milchsammlungs- und -verarbeitungspotentials und 33 % des Gesamtmilchverbrauchs auf Gujarat. Die Milchpulverproduktion war sogar noch stärker konzentriert; hier entfielen 42 % der Kapazität und 64 % der Produktion auf Gujarat. Ein Sechstel der Gesamtkapazität aller am 31. Januar 1985 laufenden Vorhaben betreffend Molkereien und Milchpulverfabriken war ebenfalls in Gujarat angesiedelt, einem Staat mit besonders günstigen Voraussetzungen für die Milcherzeugung, von dem aus die Operation Flood entwickelt wurde. Auch bei den anderen Staaten, in denen die Operation Flood recht schnell Fortschritte machte, handelt es sich entweder um Gebiete, die von ihrer natürlichen Beschaffenheit her für die Milcherzeugung geeignet sind, oder um Gebiete, die sich in der Nähe grosser Verbrauchszentren befinden, wie Madhya Pradesh und Pandschab mit Neu-Delhi, Maharashtra mit Bombay und Tamil Nadu und Andhra Pradesh mit Madras.

Dagegen geht in Westbengalen die Operation Flood trotz der Nähe von Kalkutta nur sehr schleppend voran.Aktionen zur Förderung der Produktion(vgl. Ziffer 8 von Tabelle 3). Merkmale der indischen Produktion 2.12. Der Anteil Indiens an der Weltbevölkerung beträgt 15 %, sein Anteil an der Gesamtfläche der Erde 25 %. Obwohl es nur über 0,5 % der Weidenfläche der Welt verfügt, ist es mit einem Anteil von etwa 6 % an der Weltproduktion bei ca. 18 % des Weltviehbestandes der drittgrösste Milchproduzent der Welt. Für die meisten Ernten werden Zugtiere benötigt, und auf dem Lande erfolgt praktisch der ganze Warentransport mit Hilfe von Ochsenkarren, so daß die Hauptfunktion des Zebu die Produktion von Ochsen und nicht die von Milch für die Bevölkerung ist.

Für die Milcherzeugung dient in der Regel die Büffelkuh, die doppelt so viel Milch und zudem Milch mit einem weit höheren Fettgehalt erzeugt und deren männliche Nachkommenschaft nur für die Arbeit auf den Reisfeldern wirklich geeignet ist. Nach einer Schätzung aus dem Jahre 1981 waren seinerzeit die 54 Mio Kühe mit 42 %, die halb so vielen Büffelkühe mit 55 % an der indischen Milcherzeugung beteiligt. Gleichwohl belief sich der Rinderbestand auf 73 Mio, der Büffelbestand nur auf 8 Mio Einheiten. >PLATZ FÜR EINE TABELLE> 2.13. Die Hälfte der Landwirte verfügt über weniger als 1 ha Anbaufläche, was zusammengenommen weniger als 9 % der Gesamtanbaufläche ausmacht.

Die 15 % der Landwirte, die über jeweils mehr als 4 ha verfügen, besitzen zusammen 61 % der landwirtschaftlichen Fläche. Beim Viehbestand ist die Eigentumsverteilung etwas weniger asymetrisch als bei der Anbaufläche. Nichtsdestoweniger wurde im Rahmen der All India Rural Debt and Investment Survey (Erhebung über Verschuldung und Investitionen der indischen Landwirte) festgestellt, daß die ärmsten 20 % der Landwirte weniger als 5 % des gesamten Milchviehbestands des Landes besitzen. Der IDC zufolge betrug das Durchschnittseinkommen der Erzeuger aus dem Milchverkauf 1984-85 1 716 Rs pro Jahr (± 170 ECU).

Fest steht, daß zahlreiche Milcherzeuger, die Genossenschaftsmitglieder sind (vielleicht 2/3 von ihnen), weniger als 1 000 Rs (± 100 ECU) pro Jahr durch den Verkauf von Milch verdienen. 2.14. Die Rindernahrung in Indien besteht hauptsächlich aus Futter sehr schlechter Qualität. Sogar in Gebieten mit hoher Milchproduktion wird wenig Grünfutter angebaut, und nur 4 % der Anbaufläche wird für diesen Zweck genutzt. Landwirtschaftliche Abfallprodukte, im wesentlichen faserreiches Stroh, werden im allgemeinen mit geringen Mengen Ólkuchen und Grünfutter angereichert. Die Zugtiere sind gewöhnlich in einem besseren Ernährungszustand als die Milchkühe, da der Landwirt den Erzeugnissen, die für die Versorgung der Familie oder den Verkauf bestimmt sind, den Vorrang gibt.

Durchführungsstand der Ziele der Operation Flood 2.15. Im Jahre 1985 hat Flood II etwa 6 % der indischen Milcherzeugung sichergestellt, das heisst, weniger als ein Drittel seiner ursprünglichen Zielsetzung. Diese Zielsetzung, 18,3 Mio Liter pro Tag, wurde nunmehr auf das Jahr 1990 verschoben (Flood III). Aus den Feststellungen, die der Hof anläßlich eines Kontrollbesuchs vor Ort anhand einer begrenzten Zahl von Fällen (etwa ein Dutzend, in Gujarat, Andhra Pradesh, Tamil Nadu, Pondicherry und Kaschmir) getroffen hat, geht hervor, daß der Erzeugerpreis in der Grössenordnung von 2,80 Rs pro Liter liegt, während sich der Verbraucherpreis der Milch um 4 Rs bewegt.

Der Preis von 2,80 Rs dürfte je nach Unionsstaat und Jahreszeit innerhalb einer Marge von etwa 20 % schwanken. Die statistischen Angaben, die erhältlich waren, bestätigen die Plausibilität dieser Feststellungen. 2.16. Aufgrund der hohen Preiselastizität des Verbrauchs wird jeder Versuch einer Vergrösserung der Erzeugergewinnspannen durch Anhebung der Verbraucherpreise unweigerlich einen Absatzrückgang zur Folge haben. Neuartige Erzeugnisse können für die am weitesten fortgeschrittenen Bezirksgenossenschaften gewisse, begrenzte Expansionsmöglichkeiten eröffnen (das NDDB und die Genossenschaft von Anand experimentieren gegenwärtig mit der Herstellung verschiedener Puddingsorten und Süßwaren).

Wirtschaftliche Sachzwänge (kleiner Herstellungsmaßstab, hohe Herstellungskosten, niedrige Verbrauchereinkommen) könnten jedoch dem weiteren Ausbau der Operation Flood in der Zukunft Grenzen setzen. Es besteht eine echte Gefahr, daß sich die Genossenschaften in den nächsten Jahren mit einer kaufkräftigen Nachfrage konfrontiert sehen, die zu gering ist, als daß sie die Produktion aller Genossenschaftsmitglieder aufnehmen kann. 2.17. In der ursprünglichen Darlegung der Operation Flood sowie in zahlreichen von der IDC/NDDB erstellten Dokumenten wird besonders hervorgehoben, daß die Aktionen den Kleinbauern, den landwirtschaftlichen Grenzbetrieben sowie den landwirtschaftlichen Arbeitnehmern zugute kämen.

Anhand der bisher angestellten Untersuchungen lässt sich diese Frage jedoch nicht eindeutig beantworten. Einige dieser Untersuchungen scheinen allerdings zu zeigen, daß benachteiligte Mitglieder eines ländlichen Gemeinwesens, wenn ihnen zinsbegünstigte Darlehen gewährt werden, nicht Vieh bester Qualität erhalten und nicht die nötigen Mittel zu seiner angemessenen Ernährung erwerben. Es kommt selten vor, daß ein Landwirt ohne Grundbesitz oder ein landwirtschaftlicher Grenzbetrieb über genügend Kapital verfügt, um Vieh guter Qualität und Futtermittel in ausreichender Menge und zu günstigen Preisen das ganze Jahr über zu kaufen.

Wenn man den Futtermittel- und Kapitalbedarf berücksichtigt, sind die grösseren Milcherzeuger eindeutig im Vorteil. Selbst in Gujarat hatten die staatlich subventionierten und die von den Nichtregierungsorganisationen (NRO) durchgeführten Programme zur Unterstützung armer Bauern bei der Existenzgründung als Milcherzeuger nur sehr begrenzten Erfolg. 2.18. Voraussetzung für die im Rahmen von Flood I angestrebte Produktionssteigerung, für die keine spezifische Zielsetzung veröffentlicht wurde, waren eine Ertragssteigerung des Milchviehbestands durch bessere Ernährung (quantitative und/oder qualitative Verbesserung der Futtermittelernten sowie Erzeugung von Futterkonzentraten), eine Verbesserung der medizinischen Dienste (dank eines Programms zur veterinärärztlichen Versorgung und eines nur für Genossenschaftsmitglieder bestimmten Notdienstes) sowie eine Verbesserung des Viehbestands durch Zuechtung und Kreuzung von Zebus mit ertragreicheren fremden Rassen im Wege der künstlichen Besamung.

Im Rahmen der Operation Flood II sollten diese Maßnahmen auf das gesamte Land ausgedehnt werden. Es war vorgesehen, unter den 34 Mio Tieren, auf die sich das Genossenschaftssystem erstrecken sollte, einen nationalen Milchviehbestand, bestehend aus 5 Millionen verbesserten Kühen, zu schaffen, um die Milcherzeugung des Landes in entscheidendem Masse anzukurbeln. Ertrag des Milchviehbestands 2.19. Der Jahresbericht der IDC von 1984-85 erwähnt die rasche Zunahme der Flood-Milchsammlungen in den letzten vier Jahren und nimmt - unter gleichzeitigem Hinweis darauf, daß diese Zunahme zum Teil auf die Ausweitung der Milcherzeugungsgebiete und den Anstieg der Zahl der betroffenen Landwirte zurückzuführen ist - Bezug auf die vom Indian Institute of Public opinion im März/April 1984 in 17 ländlichen Milcherzeugungsgebieten der Operation Flood I durchgeführten Untersuchungen, nach denen die zwischen 1977 und 1984 erzielte Ertragssteigerung von mehr als 25 % pro Tier der bedeutendste Gewinn ist, der aus der Ausweitung der Genossenschaften vom Typ Anand gezogen worden ist.

Dies entspricht jedoch einer jährlichen Steigerungsrate von weniger als 3,5 %. Diese resultiert aus dem Zusammenspiel eines garantierten Absatzmarktes für Milcherzeugnisse und der Flood-Aktionen zur Produktionssteigerung in jenen Gebieten, in denen sie mit dem grössten Nachdruck durchgeführt wurden. Überdies liegt dieses Ergebnis noch unter der durchschnittlichen Steigerungsrate, die für die Gesamtmilcherzeugung Indiens angestrebt worden war, d.h. 4 % jährlich von 1971-1972 bis 1982-1983. Die Operation Flood hat somit wahrscheinlich keinen wesentlichen Einfluß auf den Durchschnittsertrag des Milchviehbestandes ausgeuebt.

Die Zunahme der Flood-Milchsammlungen ist kaum Ausdruck einer dem Vorhaben zu verdankenden nennenswerten Produktionssteigerung, sondern ist im wesentlichen auf eine Versorgungsverlagerung anderer öffentlicher oder privater Marktteilnehmer des Milchsektors zurückzuführen. 2.20. Tabelle 4 enthält eine Übersicht über drei Arten von Maßnahmen, die im Verlauf der Operation Flood II zur Förderung der Produktion durchgeführt wurden (Aufbau von veterinärmedizinischen Diensten, Verbesserung der Rasse durch künstliche Besamung, Erzeugung und Verkauf von Futtermitteln). Veterinärmedizinische Dienste 2.21.

Ein regelmässiger veterinärmedizinischer Dienst und ein Notdienst, die jeder Genossenschaft angegliedert sind, leisten den von den Flood-Aktionen betroffenen Milcherzeugern wertvolle Hilfe. Diese Dienstleistungen sind unentgeltlich oder wenig kostspielig. Dennoch verfügen 16 000 dörfliche Genossenschaften, die an den Flood-Aktionen teilhaben (41 % aller Genossenschaften), noch nicht über veterinärmedizinische Dienste. Der prozentuale Anteil der Genossenschaften, die über einen veterinärmedizinischen Dienst verfügen, ist sehr unterschiedlich, sogar bei den wichtigsten Unionsstaaten: Es schwankt zwischen mehr als 80 % in Kerala, Pandschab und Utar Pradesh und weniger als 20 % in Andhra Pradesh und Haryana.

Maul- und Klauenseuche 2.22. Die in Indien endemische Maul- und Klauenseuche hatte zweifellos schwerwiegende Folgen für den Milchviehbestand.Im Rahmen der Operation Flood hat man diesem Problem ab 1978 Aufmerksamkeit geschenkt. Das Vereinigte Königreich trug durch Übernahme von 4 Cr Rs der geschätzten Gesamtkosten von 18 Cr Rs dazu bei, daß in Hyderabad unter der Ägide der IDC eine Anlage zur Produktion eines handelsgängigen Impfstoffes gegen die Maul- und Klauenseuche geschaffen wurde. Drei Firmen (die auch über ausländisches Know-how verfügten) waren bereits zu jenem Zeitpunkt zu weniger als 25 % ausgelastet.

Obwohl auf lange Sicht die Kapazität einer vierten Firma nötig sein könnte, war eine sofortige Investition von Finanzmitteln der IDC in eine solche Firma nicht erforderlich. Künstliche Besamung und nationaler Milchviehbestand 2.23. Das von der Operation Flood eingeleitete Programm zur künstlichen Besamung hatte das Ziel, einen nationalen Milchviehbestand von (durch Kreuzungen mit fremden Rassen) verbesserten Kühen und ausgewählten Büffelkühen zu schaffen. Das Kreuzungsprogramm wurde im grossen Maßstab durchgeführt, ohne daß vorher Versuche unternommen wurden, um die Vor- und Nachteile, die mit der Einführung fremder Rassen verbunden sind, gegeneinander abzuwägen.

Erfahrungsgemäß sind die indischen Kühe und Büffelkühe in der Lage, trotz des mangelhaften Futters Milch mit einem relativ hohen Fettgehalt zu erzeugen. In den Gebieten, in denen die Operation Flood am besten Fuß gefasst hat, insbesondere in Gujarat und Tamil Nadu, werden vorzugsweise Büffelkühe gehalten. Nur eine Minderheit der Genossenschaftsmitglieder hat sich dazu entschlossen, in mit fremden Rassen gekreuzte Kühe zu investieren, die, wenn sie ihr hohes Ertragspotential erreichen sollen, ein hohes Maß an Pflege und Ernährung erfordern. 1984 stammten in 17 ländlichen Milcherzeugungsgebieten von Flood I nur 4,4 % des Viehbestands aus Kreuzungen.

Am 30. September 1985 konnten als Ergebnis des Programms zur künstlichen Besamung 760 620 durch Zuechtung verbesserte Färsen registriert werden, während die ursprünglichen Vorausschätzungen von 15 Mio ausgingen. Technische Betriebsmittel für die Milcherzeugung (vgl. Ziffern 2 und 9 der Tabelle 3) Grünfutter 2.24. In Indien herrschte lange Zeit ein Mangel an Grünfutter, was sich in Form hoher Preise äusserte. In dem Bericht der Weltbank für 1978 wurde darauf hingewiesen, daß die Landwirte in Anbetracht der gegenwärtigen Preise und ihrer voraussichtlichen Entwicklung das grösste Interesse daran haben, die für ihr Vieh erforderlichen Futtermittel zu erzeugen statt zu kaufen.

Die Verfügbarkeit von Weideflächen oder Futtermitteln in ausreichendem Umfang ist in der Tat der einzige entscheidende Faktor für den Milcherzeuger. 2.25. Im Rahmen der Operation Flood sollten durch Bereitstellung von gezuechtetem Saatgut Qualität und Menge des Grünfutters gesteigert werden. Aber nur landwirtschaftliche Großbetriebe und Betriebe mit bewässerten Anbauflächen können Futterpflanzen anbauen oder einen entsprechenden Zwischenfruchtanbau praktizieren. Die Kleinerzeuger ernten zwar natürliche Futtergräser, aber Stroh und andere landwirtschaftliche Abfälle bilden den Hauptteil des Milchviehfutters.

Futtermittelkonzentrate 2.26. Indien exportiert jährlich 1 Mio Tonnen Ólkuchen (etwa 1/3 der im Inland aus Ólsaaten gewonnenen Menge), die zum grossen Teil für die Fütterung der Überschüsse erzeugenden europäischen Viehbestände bestimmt sind. Die relativ geringe Kaufkraft der lokalen Bevölkerung spiegelt sich auch darin wider, daß - ausser in Gujarat und Pandschab - die im Rahmen der Operation Flood errichteten Fabriken zur Herstellung ausgewogener Futtermittel nicht ausgelastet sind (vgl. Tabelle 4). Diese Nichtauslastung scheint mehr auf die mangelnde Kaufkraft der Milcherzeuger als auf die Verfügbarkeit alternativer Futtermittelkonzentrate auf lokaler Ebene zurückzugehen. >PLATZ FÜR EINE TABELLE> >PLATZ FÜR EINE TABELLE> 2.27.

Bis zum 31. März 1985 waren im Rahmen der Operation Flood mehrere Fabriken für die Herstellung ausgewogener Futtermittel mit einer Produktionskapazität von 3 289 Tonnen pro Tag errichtet worden. Die Kapazität der im Bau befindlichen Projekte betrug 800 Tonnen pro Tag. Zwei Fünftel der betriebsbereiten Fabriken befanden sich in Gujarat, wo die Kapazität zu 76 % ausgelastet war. In Pandschab betrug der jährliche Auslastungsgrad der Anlage 75 %, in Maharashtra nur 47 %. In den zehn anderen Unionsstaaten, die über solche Anlagen verfügten, bewegte sich der Auslastungsgrad zwischen 10 und 32 %.

Organisation der Erzeuger 2.28. Während die Operation Flood I darauf abzielte, die Genossenschaften vom Typ Anand in den ländlichen Milcherzeugungsgebieten, die die staatlichen Molkereien auf den Märkten der vier städtischen Ballungsräume beliefern, bis auf die Ebene der Bezirksvereinigungen auszudehnen, sollte die Operation Flood II den dreistufigen Aufbau des Modells Anand bis auf die Ebene der Verbände erstrecken, und zwar im Prinzip auf dem gesamten indischen Territorium. Die beiden Phasen der Operation Flood waren darauf ausgerichtet, die anders strukturierten Molkereigenossenschaften und die staatlichen Molkereiunternehmen zu übernehmen und entsprechend dem Modell Anand umzugestalten.

2.29. Tabelle 5 zeigt die Entwicklung des Genossenschaftswesens im Rahmen der Operation Flood. Das angestrebte Ziel in bezug auf die Mitgliederzahl wurde im Rahmen von Flood II nur zu 39 % erreicht. 2.30. Anders als bei der Genossenschaft von Anand, die sich innerhalb eines Zeitraums von 25 Jahren vor der Operation Flood in einem günstigen Umfeld entwickelt hat, wurden völlig neue Verbände und Vereinigungen gegründet, in denen von der Kommunal- oder Regionalverwaltung ernannte Angestellte Entscheidungen treffen, für die eigentlich Vertreter der Erzeuger zuständig sein sollten. Möglicherweise handelt es sich hierbei um eine unvermeidliche und vorübergehende Folge der Absicht der Regierung, die Operation Flood rasch auszudehnen.

Gleichwohl bleibt die Tatsache bestehen, daß die höheren Ebenen der genossenschaftlichen Struktur allenfalls eine symbolische Rolle spielen. Auf dörflicher Ebene spiegeln die Genossenschaften jedoch die traditionelle Struktur des Grundbesitzes wider, was ihnen eine solide Grundlage verleiht. 2.31. Die Stärke des Systems im Vergleich zum traditionellen Milchhandel liegt einerseits darin, daß der Erzeuger die Sicherheit hat, seine gesamte Produktion ohne grosse jahreszeitliche Schwankungen zu einem vorteilhaften Preis verkaufen zu können, und zum anderen in der Preisfestsetzung. Dadurch wird das Bemühen um höhere Qualität gefördert und dem Verbraucher dank moderner und effizienter Verarbeitungs- und Vermarktungsmethoden die Gewähr eines angemessenen Gegenwertes für sein Geld geboten.

Allerdings werden die im Bereich der Milchsammlung gesteckten Ziele so langsam verwirklicht, daß andere Formen der Beziehung zwischen Erzeuger und Verbraucher vielen Erzeugern vergleichbare Vorteile bieten. 2.32. Die Flood-Genossenschaften vergeben keine Darlehen an ihre Mitglieder, auch nicht für den Kauf von Milchvieh. Obwohl zahlreiche kleine Milcherzeuger von Kreditinstituten Darlehen für den Kauf von Vieh erhielten, die bisweilen mit großzuegigen Zuschüssen der Regierung ausgestattet waren, ist der Anteil der Darlehensnehmer, die ihren Darlehensverpflichtungen nicht nachkamen, gestiegen, weil es den Betreffenden vielfach an den erforderlichen Mitteln für die Fütterung und angemessene Versorgung des gekauften Viehs fehlte.

2.33. Das Modell Anand sieht die tägliche Bezahlung der Erzeuger durch die Dorfgenossenschaft vor, aber zahlreiche Genossenschaften verfügten nicht über die hierfür erforderlichen Mittel und befanden sich damit im Nachteil gegenüber den privaten Milchsammelunternehmen. 1981 begann die IDC, den Vereinigungen und Verbänden Darlehen als Betriebsmittel zu gewähren, zunächst als Gegenwert für Molkereierzeugnisbestände, dann in Form von Blankodarlehen. Trotz dieser Darlehen hat sich das Anand-System der täglichen Bezahlung der Erzeuger noch nicht allgemein durchgesetzt. Das System stellt jedoch einen wichtigen Anreiz für den Beitritt zu den Genossenschaften dar, und die Verantwortlichen des Projekts sind sich seiner Bedeutung vollauf bewusst.

2.34. Die IDC/NDDB hat auf Verzögerungen bei der Durchführung der Operation Flood hingewiesen, die auf Schwierigkeiten mit den vielfach von den Interessen des Privatsektors beeinflussten unionsstaatlichen Behörden zurückgingen. In einigen Fällen mussten neue Verbände die Schulden von staatlichen Molkereien, die sie übernommen hatten, tragen. Trotzdem ist es verwunderlich, daß die zu äusserst interessanten Bedingungen gewährte finanzielle Hilfe der IDC keine grössere Anreizwirkung hatte. 2.35. Die IDC/NDDB hatte bei weitem nicht den Erfolg, den man sich von der Ausdehnung der Operation Flood auf das gesamte Land erwartet hatte.

Im Falle vom Flood I waren 79 % aller Genossenschaften in drei der zehn Unionsstaaten konzentriert (Gujarat 43 %, Tamil Nadu 24 % und Maharashtra 12 %). Im September 1985 entfielen auf diese Staaten 39 % der Genossenschaften von Flood II und 59 % aller Genossenschaftsmitglieder. Ein weiterer Teil, 25 % der Gesamtzahl, entfiel auf jene Staaten, in denen schon zuvor im Rahmen von Projekten, die nicht von der Operation Flood finanziert wurden, eine spürbare Entwicklung stattgefunden hatte. 2.36. Die an die Erzeuger gezahlten Preise variieren von einem Unionsstaat zum anderen, innerhalb ein und desselben Verbandes jedoch nur wenig.

Normalerweise sind sie stabil, wobei die Preise in der Regenzeit etwa 80 % der Preise in der Trockenzeit betragen. Die Erzeuger im Westen und Norden erzielen im allgemeinen einen besseren Preis als die im Osten und Süden, wo die Produktionskosten niedrig sind. Im allgemeinen konnten die Flood-Sammlungspreise durchaus mit denen des traditionellen privaten Sektors konkurrieren, ausser in der Nähe der Städte, insbesondere von Delhi und Kalkutta. Durch die preisgünstigen Milcherzeugnisse, die Schenkungen aus dem Ausland sind und aus dem IDC-Pool stammen, konnten die Flood-Molkereien in Kalkutta und Delhi den Verbrauchern Flüssigmilch zu von den Behörden genehmigten niedrigen Preisen anbieten.

Dadurch wurden die Sammlungspreise in der Umgebung von Kalkutta und Delhi auf einem Niveau gehalten, das keinen Anreiz für einen Beitritt zu den Flood-Genossenschaften bot. Der Sammelerfolg in diesen Regionen bleibt gering, und die Nachfrage nach importierten Erzeugnissen zur Rekonstituierung ist nach wie vor stark. Aus diesem Grund ist der Bedarf an Möglichkeiten für den Transport von Milch über lange Strecken gestiegen, insbesondere von Gujarat und Nord-Maharashtra nach Kalkutta und Delhi.Verarbeitungs- und Transportkapazitäten(Vgl. Ziffern 1, 6 und 7 der Tabelle 3) 2.37. Der Ausbau der Verarbeitungs- und Transportkapazitäten für Milch war das wichtigste Merkmal der Operation Flood.

Die IDC/NDDB hat mit Erfolg die Aufsicht über ein grosses Kapitalinvestitionsprogramm geführt. 1984-85 erreichte die Rohmilch-Gesamtaufnahmekapazität des Projekts 8 775 000 Liter pro Tag bei einer durchschnittlichen Produktion von 5 920 000 Litern pro Tag, was einer Auslastung der Kapazitäten von 67 % über das ganze Jahr hinweg entspricht. 1985 überstieg nach dem Monsun das Angebot die Verarbeitungskapazität. In einigen Flood-Genossenschaften in Rajasthan, Maharashtra und Tamil Nadu musste die Milchsammlung eingestellt werden. Für den besten Monat nach dem Monsun wurde eine durchschnittliche Auslastung der Verarbeitungsanlagen von 90 % angegeben.

2.38. Eine derart hohe Konzentration der Kapazitäten zur Verarbeitung der gesammelten Milch auf eine kleine Zahl moderner Anlagen setzte natürlich den Ausbau der Transportkapazitäten voraus. Zu diesem Zweck wurde ein nationales Vertriebsnetz geschaffen. Die IDC investierte insgesamt 17,7 Cr Rs in dieses Netz. Die Transportkapazität auf Strasse und Schiene beträgt 11 Mio Liter und wird gegenwärtig um 2,5 Mio Liter erweitert. In Bombay und Kalkutta hat die IDC Lagerräume mit einem Fassungsvermögen von mehreren Tausend Tonnen für Magermilchpulver, Butteroil und Butter gebaut. 2.39. Dank des nationalen Vertriebsnetzes hat die IDC weitreichende Möglichkeiten, die Erzeugnisse von einer Vereinigung zur anderen oder von einem Verband zum anderen zu schaffen.

Dadurch konnte bis zu einem gewissen Grade die äusserst langsame Entwicklung der ländlichen Milcherzeugungsgebiete in der Umgebung von Kalkutta und Delhi ausgeglichen werden, da an diese Märkte Milch insbesondere aus Gujarat und Maharashtra geliefert werden konnte. Dennoch wäre es nicht nötig gewesen, das Netz bis auf seinen gegenwärtigen Umfang auszubauen, und der Kostenaufwand für seinen Aufbau wäre geringer gewesen, wenn die Entwicklung in der Umgebung von Kalkutta und Delhi besser verwirklicht worden wäre. Vermarktung und Vertrieb Marktlage 2.40. Obwohl in Indien, dessen Bevölkerung sich hauptsächlich vegetarisch ernährt, zwei Drittel des tierischen Eiweisses von der Milch stammen, ist die Verbrauchsverteilung bei diesen Eiweissen sehr asymetrisch.

Ende der 70er Jahre lag das Einkommen pro Kopf und pro Tag in den städtischen Ballungsräumen nur geringfügig über dem Preis eines Liters Milch, d.h., bei 4 Rupien (± 0,4 ECU). 1981 wurde festgestellt, daß selbst in der reichen Metropole Bombay 14 % der Bevölkerung überhaupt nicht die Mittel besassen, Milch zu kaufen, und daß 50 % nicht mehr als 1/3 der empfohlenen täglichen Ration von 200 Gramm kaufen konnten. 1982 stellte das NDDB einen täglichen Verbrauch von 226 Gramm pro Kopf in den städtischen Ballungsräumen fest, während bei 40 % der Bevölkerung der ländlichen Milcherzeugungsgebiete, die die Städte versorgen, der Verbrauch nur 125 Gramm pro Kopf und pro Tag betrug und bei den restlichen 60 % sogar nur durchschnittlich 70 Gramm.

Der durchschnittliche Milchverbrauch (einschließlich Milcherzeugnisse) pro Kopf und pro Tag bewegte sich 1985 sehr wahrscheinlich zwischen 130 und 140 Gramm. Das sind Zahlen, die eindeutig unter dem von der Operation Flood angestrebten Ziel von 180 Gramm liegen. 2.41. Das traditionelle Milchabsatzsystem, das nach wie vor den grössten Teil der indischen Erzeugung aufnimmt, beruht einerseits auf der Verarbeitung der Milch durch den dörflichen Erzeuger/Verarbeiter zu Produkten, die ungekühlt in einem heissen Klima haltbar sind (Ghee, Sauermilch, Paneer, Süßwaren), und andererseits auf dem Verkauf der fluessigen Milch noch am gleichen Tag in den benachbarten Ortschaften, im allgemeinen durch Verkäufer, die die Milch auf Fahrrädern transportieren.

Die Pasteurisierung wird nur in Ausnahmefällen praktiziert; die Bevölkerung ist daran gewöhnt, die Milch vor Gebrauch abzukochen. 2.42. Die Milchnachfrage ist durch eine starke Preiselastizität gekennzeichnet und bleibt wegen der ziemlich geringen Kaufkraft zum grossen Teil unbefriedigt. Wenn die Behörden den Milchpreis einfrieren, wie dies wiederholt in den Ballungsgebieten, insbesondere in Kalkutta und Delhi, geschehen ist, sehen sich die Verarbeiter veranlasst, den verarbeiteten Erzeugnissen den Vorzug vor der Verbrauchsmilch zu geben. 2.43. Aber auch unabhängig von jedem Preisstopp werden gegenwärtig immer mehr Investitionen getätigt, um den Anteil der Milcherzeugung, der in Form von Fertigerzeugnissen abgesetzt wird (traditionelle indische Erzeugnisse wie Ghee, aber auch Eiscreme, Joghurt, Schokolade, etc.) zu fördern.

Diese Tendenz scheint nicht nur auf den Wunsch zurückzugehen, möglichen Verzerrungen der Verbraucherpreise zu entgehen, sondern vor allem auf das Bewusstsein, daß der gesamte Markt für Milcherzeugnisse eng ist und daß er mit jeder Erweiterung der Angebotspalette grösser werden kann. Dies zeigt, daß man sich beim Flüssigmilchverbrauch der Sättigungsgrenze des zahlungsfähigen Nachfrageteils nähert.Marktstellung der Operation Flood 2.44. Wieweit die Operation Flood den Markt für Milch und Milcherzeugnisse tatsächlich durchdrungen hat, ist nicht deutlich zu erkennen. Aus den Jahresberichten der IDC ist zu entnehmen, daß die Verkäufe der Flood-Genossenschaften auf den rasch wachsenden Märkten der städtischen Ballungsräume im Laufe der letzten fünf Jahre um fast 8 % angestiegen sind; diese Verkäufe belaufen sich gegenwärtig auf etwa 3 000 000 Liter pro Tag (ungefähr ein Deziliter pro Einwohner).

Wenn der durchschnittliche Milchverbrauch pro Einwohner in den städtischen Ballungsräumen so hoch ist, wie das NDDB angegeben hat, dann würde der Marktanteil der städtischen Ballungsräume etwa 40 % betragen. Für Bombay und Madras würde dieser Anteil nach Angaben des Evaluierungsausschusses der indischen Regierung für 1983-84 mehr als 50 % betragen. Aber Delhi und insbesondere Kalkutta hatten grössere Probleme mit der Organisation und der Sammlung. Nach anderen von Flood gemachten Angaben liegt der Absatz in anderen Städten und Großstädten bei 2 000 000 Liter pro Tag. Der Gesamtabsatz 1984-85 in den städtischen Ballungsräumen beträgt damit etwa 5 000 000 Liter pro Tag.

Dies entspricht einem Drittel der Menge, auf die der Gesamtabsatz in den städtischen Ballungsräumen 1978 von der Weltbank veranschlagt wurde, und vermutlich etwa einem Viertel des tatsächlichen Absatzes in diesen Ballungsräumen. 2.45. Flood versorgt 290 Städte und Großstädte. Aber selbst in Gujarat wird in den grossen Städten ein Grossteil der Flüssigmilch weiterhin vom Privatsektor geliefert. Die relative Schwäche des Molkerei-Genossenschaftswesens in der Umgebung der städtischen Ballungsräume spiegelt die Stärke des traditionellen Handels wider. Die Tatsache, daß der Privatsektor selbst in Regionen, in denen Flood seit 15 Jahren eingeführt ist, bedeutend bleibt, ist auch ein Hinweis darauf, daß die Verbraucher Qualität und Preis der von diesem Sektor angebotenen Erzeugnisse für annehmbar und konkurrenzfähig halten.

2.46. Indien ist bei den gegenwärtigen Verbraucherpreisen, insbesondere in bezug auf Flüssigmilch, praktisch autark im Bereich der Milchversorgung. Die Operation Flood erzeugt gegenwärtig genügend Magermilchpulver, um den Bedarf an rekonstituierter Flüssigmilch während der Trockenzeit zu befriedigen, stützt sich dabei aber nach wie vor auf die Gemeinschaftsschenkungen an Rekonstitutionsmilch, da sie ihre eigene Flüssigmilch lieber für die Herstellung anderer Milcherzeugnisse wie Eiscreme, Käse, Butter, Ghee und Säuglingsnahrung verwendet. Diese Erzeugnisse sind insofern interessanter, als sie weniger der Preiskontrolle und der Konkurrenz des traditionellen Handels ausgesetzt sind.

Milchpulvermarkt 2.47. 1980-81 beliefen sich die Flood-Milchsammlungen in den ländlichen Gebieten auf etwa 935 000 t, 1984-85 auf 2 111 000 t, von denen etwa ein Drittel ausserhalb der vier städtischen Ballungsräume abgesetzt wurde. Die Molkereien in den städtischen Ballungsräumen haben fast 3 000 000 Liter pro Tag verkauft; diese Menge bestand jedoch zu mehr als 35 % aus rekonstituierter Milch. Nach Angaben der IDC betrug die Milchpulverproduktion im Rahmen der Flood-Operation im Zeitraum vom 1. April 1980 bis 31. März 1985 274 350 t. Nur 17 % (45 718 t) wurden zusammen mit den Schenkungen der Gemeinschaft dem IDC-Pool zugeführt.

1983-84 schätzte das Landwirtschaftministerium die inländische Milchpulverproduktion auf insgesamt 93 000 t, wovon 59 000 t von Flood-Genossenschaften stammten (40 % Magermilchpulver, 49 % Milchpulver für Säuglinge und 11 % Vollmilchpulver). 2.48. Die in Form von Schenkungen erfolgenden Einfuhren aus der Gemeinschaft ermöglichten es den Genossenschaftsvereinigungen, ihre Überschüsse aus der Regenzeit nicht zur Flüssigmilch-Rekonstituierung in der Trockenzeit zu verwenden, sondern für die Herstellung anderer Erzeugnisse, die weniger von den Preiskontrollen abhängig und oft wesentlich einträglicher als die Flüssigmilch sind.

Eines der von Anand am meisten verkauften Produkte dieser Art ist Milchpulver für Säuglingsnahrung. Der Hof hat jedoch festgestellt, daß mindestens 30 000 Tonnen Magermilchpulver aus der Gemeinschaft an andere Molkereien als die metropolitan dairies, darunter Fabriken für die Herstellung von Säuglingsnahrung, weitergeleitet wurden. Ausserdem wurde der grösste Teil der Butteroil-Schenkungen als Speiseöl verkauft, während das Magermilchpulver ausschließlich zur Streckung oder Abschwächung der sehr fetthaltigen einheimischen Milch verwendet wurde. Man kann infolgedessen die Verwendung von beträchtlichen Mengen von Magermilchpulver für die Herstellung von Säuglingsnahrung nicht ausschließen, obwohl dies andererseits auch nicht mit Sicherheit behauptet werden kann.

Hierin kann auch ein Hinweis darauf gesehen werden, daß die Operation FLOOD angesichts der abdeckbaren Flüssigmilchnachfrage nunmehr in der Lage ist, die entsprechende Menge des bisher von der Gemeinschaft gelieferten Magermilchpulvers selbst zu erzeugen. 3. Planung, Überwachung und Folgemaßnahmen 3.1. Der finanzielle Gegenwert aus dem lokalen Verkauf der im Rahmen der Nahrungsmittelhilfe gelieferten Erzeugnisse liegt weit unter dem Marktwert dieser Erzeugnisse. Der Wert der Warenschenkungen der Gemeinschaft wurde hinsichtlich des finanziellen Gegenwertes des Projekts auf einem Niveau festgesetzt, das erheblich unter dem Verkaufspreis der IDC liegt.

Der Verkaufspreis selbst wurde unterhalb des Mindestpreises für die einheimischen Erzeugnisse festgesetzt. Folglich machen die für Investitionen bereitgestellten Mittel lediglich einen Teil des von der IDC und den Genossenschaftsverbänden tatsächlich erhaltenen Gegenwerts aus. Zwar scheinen alle tatsächlich angefallenen Mittel zur Entwicklung der Milchwirtschaft beizutragen, doch ist in der Rechnungslegung der IDC der Beitrag der Gemeinschaft zu den Gegenwertmitteln eindeutig zu niedrig bewertet. Auch haben die indischen Behörden die für die Nahrungsmittelhilfelieferungen geltenden allgemeinen Bedingungen, die von ihnen akzeptiert worden waren, nicht eingehalten.

3.2. Der überwiegende Teil der Mittel, die im Hinblick auf die Operation Flood II durch den Verkauf der Warenschenkungen der Gemeinschaft geschaffen wurden, hat Zinsen erbracht, die sich auf dem Bankkonto der IDC, dessen Habensaldo sich am 30. November 1985 auf 239 Cr Rs belief, angesammelt haben. Diese Mittel haben in keinster Weise zu den Maßnahmen der gemeinschaftlichen Entwicklungshilfe in Indien beigetragen. Wenn Flood II tatsächlich das Milchpulver, aber nicht alle bei dessen Verkauf anfallenden Mittel brauchte, hätten sich andere Entwicklungsprojekte finden lassen müssen, die mit Hilfe des Überschusses hätten finanziert werden können.

Auch wenn die angefallenen Mittel unter Umständen zu einem späteren Zeitpunkt für das Projekt bereitzustellen waren, bestand kein Hinderungsgrund, sie im Rahmen von Entwicklungsmaßnahmen auszuleihen. 3.3. Tatsächlich erscheint die Planung der Operation Flood in zahlreichen Fällen als ungenügend und unangemessen. Aufgrund der technischen und administrativen Möglichkeiten, über die das NDDB verfügt, hätte die Kommission in der Lage sein müssen, Vorschläge mit quantitativen Zielsetzungen und einem genaueren und realistischeren Zeitplan zu erhalten, bevor sie ihre Hilfe gewährt. Durch die optimistischen Pläne ließen sich jedoch die überreiche Mittelausstattung und die grosse Handlungsfreiheit, die dem NDDB bei der Verwaltung des Projekts eingeräumt wurde, rechtfertigen.

3.4. Für die laufende Überwachung von Flood hat sich die Kommission hauptsächlich auf die regelmässigen Berichte der Verantwortlichen des Projekts und auf Kurzbesuche ihrer eigenen Vertreter gestützt. Evaluierungen, die im Rahmen des WEP/FAO und, 1984, von einem von der indischen Regierung ernannten Ausschuß vorgenommen wurden, lieferten zusätzliche Informationen. 3.5. Weder die laufende Überwachung noch die Evaluierung waren ganz zufriedenstellend. Selbst der Evaluierungsausschuß der indischen Regierung, der bei der Informationsgewinnung weniger als die ausländischen Kontrolleure auf die Projektverantwortlichen angewiesen war, konnte aufgrund fehlender Vergleichselemente das Projekt nicht umfassend bewerten und hat darauf hingewiesen, daß das völlige Fehlen von Basisdaten seine Arbeiten erschwert hat.

Obwohl der Ausschuß einige Probleme aufgezeigt und konstruktive Vorschläge unterbreitet hat, ist keine seiner Empfehlungen in die Tat umgesetzt worden. 3.6. Ein geringer Teil der Gegenwertmittel hätte ausgereicht, eine gründliche Evaluierung zu finanzieren. Zahlreiche Lehren hätten auch aus anderen Projekten der indischen Milchwirtschaft gezogen werden können. Flood II hat einige Projekte, die die Weltbank in Rajastah, Karnataka und Kerala durchgeführt hat, aufgenommen. Es gab auch andere bedeutende Projekte ausserhalb der Operation Flood. Eine Studie über die verschiedenen Aspekte des Anstiegs der Milchsammlungen in Maharashtra im Verlauf der letzten Jahre hätte Anhaltspunkte für zweckdienliche Vergleiche liefern können.

3.7. Obwohl die Kommission wusste, daß nichtverwendete Mittel in grosser Höhe vorhanden waren und die Grundlage für die Evaluierung der Gegenwertmittel nicht ausreichte, wurden keine Maßnahmen ergriffen, um eines dieser Probleme anzugehen. Erst 1986 hat die Kommission angesichts eines Hilfeantrags Indiens für eine Operation Flood III in Zusammenarbeit mit der Weltbank eine Evaluierung vorgenommen, deren Ergebnisse im grossen und ganzen mit den Analysen des Hofs übereinstimmen. 4. Schlußfolgerungen 4.1. Die Lieferungen haben insgesamt sowohl quantitativ als auch qualitativ den vorgesehenen Werten entsprochen.

Dieses Ergebnis ist das Verdienst der in Brüssel geschaffenen Ad-hoc-Einrichtung zur Überprüfung der Waren vor der Verschiffung, die auch die Mitarbeit eines vollzeitig tätigen Beamten der ständigen Vertretung Indiens umfasst. Gemessen an den allgemeinen Grundsätzen, auf die sich die klassische Nahrungsmittelhilfe der EWG stützt (vgl. Ziffern 1 und 2), ist die Beteiligung der Gemeinschaft an der Operation Flood insgesamt positiv einzuschätzen, zumal wenn man sie mit bestimmten Nahrungsmittelhilfemaßnahmen der Gemeinschaft zugunsten anderer Empfängerländer vergleicht. Denn über eine beträchtliche Zahl von Jahren hinweg kamen erhebliche Milchpulver- und Butteroilmengen zu den Nahrungsmittelressourcen des begünstigten Staates hinzu und deckten einen Teil seines Nahrungsmitteldefizits, ohne daß dadurch in der Indischen Union die normalen Marktbedingungen bei den betreffenden Erzeugnissen allzu stark gestört wurden.

Es konnte ein beträchtlicher finanzieller Gegenwert freigesetzt werden, mit dessen Hilfe in den Sektoren der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Milch und Milcherzeugnissen bedeutende Investitionen finanziert werden konnten, deren allgemeiner Nutzen nicht zu leugnen ist. Daß die Erzeugung von Milch und Milcherzeugnissen im Inland nicht beeinträchtigt, sondern alles in allem eher gefördert wurde, muß ganz besonders hervorgehoben werden. 4.2. Zu den spezifischen Zielsetzungen der Operation Flood (vgl. Ziffer 4) muß jedoch festgestellt werden, daß sie allenfalls teilweise erreicht wurden:

Ertragssteigerung des Milchviehbestands, Erhöhung des Milchverbrauchs pro Einwohner, Vergünstigungen für die Armen in den ländlichen und städtischen Gebieten, bessere Versorgung der Märkte der städtischen Ballungsräume, Beitritt der Milcherzeuger zu den Genossenschaften, Ausweitung des Modells Anand auf das gesamte indische Staatsgebiet. Es ist zu bedauern, daß sich die Kommission bei der Begründung der Anträge auf die Zuweisung von Mitteln, die dem Ausschuß für Nahrungsmittelhilfe zur Stellungnahme vorgelegt wurden, zu oft auf allzu optimistische indische Unterlagen stützte, anstatt eigene Evaluierungen vorzunehmen.

4.3. Unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Preis- und Einkommensstruktur Indiens kann allgemein festgestellt werden, daß die Operation Flood II zwar zahlreiche erreichbare Ziele auch tatsächlich verwirklicht hat, daß sie aber gleichzeitig an die Grenzen der zahlungsfähigen Nachfrage gestossen ist. Im Hinblick darauf, daß die Einkommenßkala der indischen Bevölkerung gegenwärtig stabilisiert ist und sich auch die Produktionskosten pro Liter Milch auf der Stufe des landwirtschaftlichen Erzeugers auf einem recht hohen Niveau eingependelt haben, stellt sich inzwischen die Frage nach zahlungsfähigen Absatzmärkten im Gesamtgebiet der Indischen Union.

In einigen geographischen Gebieten gibt es noch Absatzmärkte zu erschließen. Auch lassen sich die bestehenden Absatzmärkte durch eine stärkere Diversifizierung der aus Milch hergestellten Erzeugnisse noch etwas vergrössern. Aber bereits jetzt zeigen sich mehrere beschränkende Faktoren. Eine Senkung der Erzeugerpreise für die gesammelte Milch scheidet aus, da dies die Struktur der indischen Betriebe auf der Ebene der Erzeugung nicht zulässt. Ausgeschlossen ist auch eine radikale Verringerung der Verarbeitungs-, Transport- und Vertriebskosten, die verhältnismässig niedriger sind (30 % des Endverbraucherpreises) als in den stärker entwickelten Ländern.

Die Einkommenßkala ändert sich natürlich selbst in den Städten nur langsam, und der Verbrauch an Milcherzeugnissen nimmt nur nach und nach zu. 4.4. Aufgrund der landwirtschaftlichen, klimatischen und demographischen Bedingungen Indiens konnte und kann Milch in diesem Land nur teuer sein. Gemessen an der bestehenden zahlungsfähigen Nachfrage hat die Gemeinschaftshilfe in ihrer gegenwärtigen Form ihren Zweck inzwischen erfuellt. Wenn die indischen Behörden in letzter Zeit eine Fortsetzung der Gemeinschaftshilfe gewünscht haben, so nur deshalb, weil sie Flood über die IDC eine wertvolle Zusatzfinanzierung für die Realisierung seines Investitionsprogramms geliefert hat.

Ein quantitativer Bedarf besteht angesichts der derzeitigen zahlungsfähigen Nachfrage nicht mehr. 4.5. Diese Feststellung löst natürlich nicht das oft angesprochene Problem, wie sich der Nahrungsbedarf eines grossen Teils der indischen Bevölkerung, der nicht in der Lage ist, diesen Bedarf in Form zahlungsfähiger Nachfrage zu artikulieren, decken lässt. Selbst wenn der Hunger im engsten Sinne des Wortes anscheinend im Verschwinden ist, ist der qualitative Bedarf an Eiweissen noch immer nicht gedeckt. Aus diesem Grund ist die kostenlose Verteilung von Milcherzeugnissen in verschiedener Form, insbesondere an Schulkinder, nach wie vor gerechtfertigt.

Aber natürlich haben die für die Operation Flood verantwortlichen Inder zu Recht verlangt, daß diese Verteilungsmaßnahmen nicht dem bestehenden Kreislauf von Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung der Milch und der Milcherzeugnisse zuwiderlaufen dürfen, da sie sonst Störungen hervorrufen. Diesbezueglich hängt viel vom Umfang der durchgeführten Aktion sowie von der Qualität der benutzten Vermarktungswege ab. Insbesondere einige NRO hätten stärker tätig werden können. Alle Maßnahmen, gleichgültig welcher Art, können jedoch nur unter Federführung der indischen Behörden durchgeführt werden.

Diese haben aber bislang kein Interesse an einer Verstärkung dieser Art von Nahrungsmittelhilfe von seiten der Gemeinschaften bekundet. Der vorliegende Bericht wurde vom Rechnungshof in seiner Sitzung vom 29. Oktober 1987 in Luxemburg angenommen. Für den Rechnungshof Marcel MART Präsident ANHANG Struktur des Genossenschaftsmodells Anand Der dreistufige Organisationsaufbau des Genossenschaftsmodells Anand, das in den 1970er Jahren entwickelt wurde, sieht im wesentlichen wie folgt aus: (a) in jedem Dorf bilden die Milcherzeuger ihre eigene Molkereigenossenschaft, wählen ihren Verwaltungsrat und beauftragen diesen, einen Sekretär (aus dem Kreis der Dorfbewohner) zu bestellen, der die Geschäftsführung der Genossenschaft wahrnimmt und von dieser bezahlt wird;

(b) täglich morgens und abends kauft die Genossenschaft die Milch aller Erzeuger des Dorfs; die Milch wird vom Genossenschaftspersonal (das ebenfalls dem Dorf entstammt) gewogen und auf ihren Fettgehalt bestimmt. Die Erzeuger erhalten in der Regel eine Bezahlung in bar, und zwar bei der nächsten Milchanlieferung; (c) alle Genossenschaften innerhalb eines Umkreises von 50 bis 75 km sind in einer Vereinigung der Bezirksgenossenschaften zusammengefasst. Der von den Erzeugern gewählte Vorstand bestellt einen hauptberuflichen Geschäftsführer zum Vorstandsvorsitzenden. Jede Vereinigung besitzt ihre eigene Molkerei.

Sie sammelt bei den angegliederten Genossenschaften zweimal täglich die Milch ein und pasteurisiert sie. Ein Teil der Milch wird in gesonderten Behältern in die Großstädte verbracht, wo sie sofort als Flüssigmilch in den Verkauf kommt; der (für die Zeit nach der Regenzeit wichtige) Rest wird zu Produkten mit hoher Wertschöpfung wie Säuglingsnahrung, Käse, usw. verarbeitet. Jede Vereinigung kann pro Tag zwischen 100 000 und 500 000 Liter Milch verarbeiten und vermarkten. Eine Vereinigung liefert und vertreibt über die Genossenschaften technische Betriebsmittel zur Steigerung der Milcherzeugung, wie etwa mobile Dienste für die tierärztliche Versorgung und für die künstliche Besamung, sowie ausgewogene Futterkonzentrate;

(d) eine Gruppe von 5 bis 7 Vereinigungen bildet jeweils auf der Ebene jedes Unionsstaats einen Molkereigenossenschaftsverband. Auch dort legen von den Erzeugern gewählte Vertreter die von diesen Verbänden zu führende Politik fest. ANTWORTEN DER KOMMISSION Die im Bericht des Rechnungshofes dargelegten Auffassungen stimmen im grossen und ganzen mit der Evaluierung überein, welche die Kommission dem Rat und dem Europäischen Parlament in ihrem Bericht (KOM(86) 138 endg.) unterbreitet hat. Die Kommission nimmt die insgesamt positive Bewertung dieses Vorhabens zur Kenntnis, das sie selbst als einen Beweis dafür betrachtet, daß die Nahrungsmittelhilfe ein sehr nützliches Entwicklungsinstrument sein kann.

2. Herkunft und Verwendung der Mittel im Rahmen von Operation Flood II Finanzmittel aus der Nahrungsmittelhilfe der Gemeinschaft 2.3 - 2.9. Mit dem EG-Beitrag in Form von Nahrungsmittelhilfe wurden folgende Ziele verfolgt: 1.Erweiterung des Milch- und Milchproduktemarktes; Stabilisierung der im Jahresverlauf unregelmässigen Milchversorgung; 2.finanzieller Beitrag zur Entwicklung der indischen Selbstversorgungsmilchwirtschaft durch die Gegenwertmittel aus dem Verkauf der gelieferten Grunderzeugnisse. Selbstverständlich erfordert ein solches Vorhaben - bei Bestehen eines grossen ungesättigten Marktes einerseits und einer hohen saisonalen Milcherzeugung andererseits - eine Kadenz der Lieferungen, bei der die Gegenwertmittel schneller eingenommen werden, als sie im Rahmen von Vorhaben ausgegeben werden können.

Daher sind, wie in Abschnitt 2.9. erwähnt, Reserven aufgelaufen. Es spricht jedoch nichts dafür, daß diese Mittel irgendwie verschwendet würden. Da sie zur Finanzierung eines grossen Teils der Operation Flood III (ungefähr 21 % der Gesamtkosten) bestimmt sind, steht vielmehr ausser Zweifel, daß sie der Entwicklung der Milchwirtschaft dienen werden. Es stimmt, daß der für die Gegenwertmittel angesetzte Betrag (Absatz 2.5.) infolge der Beibehaltung des 1978 für die Grunderzeugnislieferungen festgelegten Buchführungspreises recht niedrig ausfällt, und daraus ist zu schließen, daß der Differenz zu den bei den Verkäufen tatsächlich aufgelaufenen Finanzmitteln dem sogenannten Sammelkonto gutgeschrieben wurde.

Da die Einlagen des Sammelkontos aber für die Entwicklung der Milchwirtschaft verwendet werden, wird auch auf diesem Weg das ursprüngliche Ziel verfolgt. Alle Finanzmittel aus den EG-Grunderzeugnislieferungen sind zu diesem Verwendungszweck bestimmt. Bei Operation Flood III wird das gleiche Problem jedoch nicht mehr auftauchen, weil die gesamten Verkaufserlöse dann auf ein spezielles EG-Konto zu überweisen sein werden. Ausgaben nach Aktionstypen Aktionen zur Förderung der Produktion Durchführungsstand Operation Flood 2.15 - 2.18. Die Kommission teilt die Ansicht, daß die ursprünglichen Ziele zu hoch gesteckt waren, und frühzeitig wurde im Benehmen mit der Weltbank beschlossen, sie auf zwei Etappen zu verteilen.

Allerdings sollte man nicht übersehen, daß das Ziel der Beteiligung der Dorfgemeinschaften zu 142 % erreicht und die Milchverarbeitungskapazität um 119 % gesteigert wurde. Zwar wurde das äusserst wichtige Ziel der Milchbeschaffung nur zu 52 % erfuellt, aber gleichzeitig verdient die tatsächliche Zunahme um jährlich 20,5 % während des Zeitraums 1978-85 Beachtung - eine aussergewöhnliche Leistung im Rahmen eines Vorhabens dieser Art. Milchpulvermarkt 2.47 - 2.48. Die Entwicklung von Milcherzeugnissen mit höheren Wertschöpfungsanteilen wie Milchpulver, Säuglingsnahrung, Süssigkeiten usw. eröffnet gute Ertragsmöglichkeiten, die zum Ausbau des indischen Marktes und zur Steigerung der Milcherzeugereinkommen beitragen.

3. Planung, Überwachung und Folgemaßnahmen 3.1 - 3.4. Zur administrativen Beteiligung der Kommission ist zu bemerken, daß das Programm zu einer Zeit geplant wurde, in der die Kommission nur sehr beschränkte Möglichkeiten zu seiner Kontrolle hatte; so ist beispielsweise die KEG-Delegation in New Dehli erst 1983 errichtet worden. Daher hat die Kommission sich verständlicherweise auf Auskünfte und Evaluierungen der indischen Behörden und der Weltbank verlassen, die als weiterer Geber für die gesamte Überwachung und Evaluierung des Vorhabens verantwortlich war. Selbstverständlich wird die Kommission bei einer erneuten Beteiligung im Rahmen von OF III alle Aufmerksamkeit walten lassen, die bei einem so grossen Vorhaben geboten ist.

4. Schlußfolgerungen Nachdem der Hof das Vorhaben insgesamt positiv bewertet hat, hält die Kommission es - auch zur Beseitigung der dem Vorhaben noch anhaftenden Schwächen - für wichtig, daß die Gemeinschaft durch die Nahrungsmittelhilfe zur Durchführung von OF III (1987-94), die zur Festigung und Ergänzung von OF II gedacht ist, beiträgt. Das heisst jedoch nicht, daß Grunderzeugnisse der gemeinschaftlichen Milchwirtschaft zu Zeiten geliefert werden sollen, in denen, wie 1986 zum Zeitpunkt des Besuches des Rechnungshofes in Indien, die inländische Milcherzeugung zur Befriedigung der Nachfrage ausreicht; übrigens wurden auch keine diesbezueglichen EG-Verpflichtungen eingegangen.

Abschließend sei daran erinnert, daß das Ziel der Operation Flood, eine lebensfähige und sich selbst tragende genossenschaftliche Milchindustrie aufzubauen, nicht mit der sozialen Verwendung von Milcherzeugnissen, wie der kostenlosen Verteilung usw., die von der Gemeinschaft selbstverständlich auch unterstützt wird, zu verwechseln ist. Als Teil der über nichtstaatliche Organisationen abgewickelten Nahrungsmittelhilfe stellt die Gemeinschaft Indien jährlich Molkereierzeugnisse im Wert von über 3,5 Mio ECU zu sozialen Zwecken zur Verfügung. ABl. Nr. L 281 vom 1. 11. 1975, S. 89. ABl. Nr.

L 352 vom 14. 12. 1982, S. 1.

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