Entschließung des Rates vom 25. November 2003 von Schlussfolgerungen über den Aufbau von Humankapital zur Förderung des sozialen Zusammenhalts und der Wettbewerbsfähigkeit in der wissensbasierten Gesellschaft Amtsblatt Nr. C 295 vom 05/12/2003 S. 0009 - 0010 Entschließung des Rates vom 25. November 2003 von Schlussfolgerungen über den Aufbau von Humankapital zur Förderung des sozialen Zusammenhalts und der Wettbewerbsfähigkeit in der wissensbasierten Gesellschaft (2003/C 295/05) DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION - IN ERWAEGUNG NACHSTEHENDER GRÜNDE: - Der Europäische Rat hat seit dem Jahr 2000 immer wieder erklärt, dass die Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung eine Voraussetzung für die Schaffung einer wettbewerbsfähigen wissensbasierten Wirtschaft ist. - Aufgrund der ständigen Entwicklung der soziodemografischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten in Europa, insbesondere auch im Hinblick auf die Erweiterung, ist eine Neuorientierung der angenommenen Strategien erforderlich, um die gemeinsamen Ziele mit noch mehr Nachdruck zu verfolgen und dabei wirksame und effiziente Investitionen in das Bildungswesen zu gewährleisten. - Das Humankapital ist ein strategisches Potenzial für die umfassende Entwicklung Europas, und die Bildungs- und Berufsbildungspolitik der einzelnen Staaten muss auf eine lebenslange Entfaltung der Persönlichkeit eines jeden Menschen und auf einen verstärkten Beitrag der Bürger zum sozialen Zusammenhalt und zur wirtschaftlichen Entwicklung ausgerichtet werden. - Der Rat der Europäischen Union und die Europäische Kommission haben 2002 ein Arbeitsprogramm für die Verwirklichung einiger gemeinsamer Ziele angenommen, die allgemein anerkannt werden und kurz- und mittelfristig zu erreichen sind.
Der Europäische Rat hat das Arbeitsprogramm auf seiner Tagung in Barcelona im Jahr 2002 gebilligt. - In der Mitteilung der Kommission vom November 2002 über die Verstärkung der haushaltspolitischen Koordinierung wird darauf hingewiesen, dass auch die Investitionen in Humankapital und Wissenskapital günstige Auswirkungen auf Wachstum und Beschäftigung haben können. - In den Schlussfolgerungen des Europäischen Rates vom März 2003 wird hervorgehoben, dass Investitionen in Humanressourcen Voraussetzung für die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit Europas, für die Erreichung hoher Wachstums- und Beschäftigungsraten und für den Übergang zu einer wissensbasierten Wirtschaft sind. - In der Mitteilung der Kommission von 2003 "Wirkungsvoll in die allgemeine und berufliche Bildung investieren: eine Notwendigkeit für Europa", in der die Wichtigkeit der Bildung für Kernbereiche der Lissabonner Strategie und ihr Beitrag zu diesen Kernbereichen untersucht werden, wird hervorgehoben, dass in der Europäischen Union ein Defizit an Investitionen in Humanressourcen besteht und dass bei den öffentlichen und privaten Investitionen eine größtmögliche Effizienz erreicht werden muss, indem die Bildungs- und Berufsbildungspolitik mit der Beschäftigungspolitik abgestimmt wird; dabei soll dem Prozess im Zusammenhang mit dem Arbeitsprogramm zur Umsetzung der gemeinsamen Ziele und der Strategie des lebenslangen Lernens Rechnung getragen werden. - In der vom Rat im Juli 2003 angenommenen Entschließung zum Aufbau von Sozial- und Humankapital in der Wissensgesellschaft werden die strategische Bedeutung des Sozial- und Humankapitals und die Notwendigkeit eines besseren Zusammenwirkens in den Bereichen Ausbildung, Berufsleben und sozialer Zusammenhalt hervorgehoben. - In den Schlussfolgerungen des Europäischen Rates vom Oktober 2003 wird bekräftigt, dass Investitionen in das Humankapital insbesondere durch die Aufstockung der Investitionen in das Bildungswesen und eine stärkere Integration in die Beschäftigungs- und Sozialpolitik für das europäische Wachstumspotenzial von wesentlicher Bedeutung sind.
BETONT, DASS - es Aufgabe der Gemeinschaft ist, unter strikter Beachtung der Verantwortung der Mitgliedstaaten zur Entwicklung einer qualitativ hoch stehenden Bildung beizutragen und eine Berufsbildungspolitik umzusetzen und mit den Mitgliedstaaten mit dem Ziel zusammenzuarbeiten, eine wettbewerbsfähige wissensbasierte Wirtschaft aufzubauen; - die bildungs- und ausbildungspolitischen Ziele - mit der harmonischen Entwicklung der Jugendlichen zu selbstständigen, verantwortungsvollen und gebildeten Bürgern als einem Hauptziel - und die Ziele der Wirtschafts- und der Beschäftigungspolitik zunehmend komplementär zueinander gestaltet werden sollten, um sozialen Zusammenhalt und Wettbewerbsfähigkeit miteinander zu verknüpfen; - die Wirksamkeit und die Effizienz der Investitionen in die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung im Einklang mit dem auf eine bessere Nutzung der Ressourcen abstellenden Ziel 1.5 im Hinblick auf eine verstärkte Entwicklung des Humankapitals gesteigert werden müssen; - [...] die Rolle von Bildung und Ausbildung als grundlegender Faktor im Prozess der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung ist; es ist möglich, die finanzielle Unterstützung in diesen Bereichen nicht als Kosten, sondern eher als Investitionen zu betrachten und damit auch für innovative Methoden zur Förderung von Forschung und Innovation [...] den Weg zu weisen;
Humankapital stellt nämlich einen Hebel für die Verbesserung des sozialen Zusammenhalts sowie für Wirtschaftswachstum dar; IST SICH DARIN EINIG, DASS - die Erreichung der Ziele von Lissabon bedeutet, die strukturierte Zusammenarbeit zur Förderung der Entwicklung des Humankapitals zu verstärken und zu gewährleisten, dass ein regelmäßiger Prozess der Überwachung der Ergebnisse im Rahmen des Arbeitsprogramms zur Umsetzung der Ziele der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa stattfindet; der Rat wird im Rahmen seiner regulären Berichterstattung über den Ziele-Prozess den Europäischen Rat auf die Fortschritte in diesem Bereich hinweisen; - für die Entwicklung des Humankapitals die erforderlichen finanziellen Mittel aus öffentlichen oder privaten einzelstaatlichen und europäischen Quellen gegebenenfalls einschließlich der Strukturfonds, der Gemeinschaftsprogramme im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung und der EIB bereitgestellt werden sollten; eine bessere Nutzung der Mittel ist ein strategischer Faktor für die Gesamtentwicklung Europas; - Maßnahmen, Forschungsvorhaben und Untersuchungen europäischer Einrichtungen wie u.a. der EIB zum Beitrag des Human- und Sozialkapitals zur wirtschaftlichen Entwicklung in Europa wichtige Instrumente für eine effiziente Bildungs- und Beschäftigungspolitik sind; - Kohärenz und Komplementarität zwischen den politischen Maßnahmen in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Soziales und Beschäftigung weiter gefördert werden sollten, um das Ziel des lebenslangen Lernens zu verwirklichen; - sich die Mitgliedstaaten und die Gemeinschaft vornehmen sollten, eine spezielle europäische Perspektive im Hinblick auf diese Komplementarität zu entwickeln, indem sie den "Ziele-Prozess", die beschäftigungspolitischen Leitlinien und die Grundzüge der Wirtschaftspolitik enger miteinander verknüpfen.